Cherryh, C. J. Das Kuckucksei (Heyne 4496)(mit Cover klein) 

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kommen, wie Donner, sogar durch die Wände ...«
»Sind das ihre Geräusche?« (»Duun, was ist das?« »Ich weiß
nicht, Häuser erzeugen viele Geräusche. Konzentrier dich auf
das, was du tust, Elritze!«)
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»... etwa alle fünf Tage. Sie bringen Fracht zur Station hinauf,
holen dort ab, was die Station erzeugt, Arzneimittel und solche
Sachen, und bringen es wieder mit nach unten. Die Dothog-
Basis besteht immer noch; sie ist jetzt eine richtige kleine Stadt,
die ganz aus Kuppeln und Verbindungstunneln besteht. Alles
Wissenschaftler dort. Ungefähr einmal im Jahr kann man von
der Station aus eine Reise dorthin antreten, aber die Preise sind
horrend, also können es sich nur die Reichen leisten; anderer-
seits ist der Flug zu hart, als daß die meisten dieser Leute Ge-
fallen daran finden könnten, aber trotzdem haben sie auf Do-
thog immer wieder ein paar Besucher. Ich habe davon ge-
träumt, würde selbst gern dorthin, aber man braucht ein Jahr für
eine Strecke, und irgend etwas kommt immer dazwischen. Ich
weiß nicht ...« Sagot besah sich ihre Hände und blickte wieder
auf. »Ich glaube, daß ich tief in mir abergläubisch bin, was die-
se Sache angeht. Ich denke, daß mein Bruder noch dort ist, daß
er nach wie vor über die Dünen stapft und Spaß daran hat; aber
wenn ich hinkäme, wäre es einfach nur ein Ort wie jeder ande-
re; ich würde sehen, wie groß die Stadt geworden ist, wie die
verdammten Touristen dort herumlaufen, würde hinaus in die
Wüste gehen,
um dann festzustellen, daß er gar nicht mehr da ist. Dann wä-
re er für mich wirklich tot... o ihr Götter! Entschuldige, Junge,
die alte Frau redet unaufhörlich. Du wolltest mich nach dem
Weltraum fragen.«
»Warst du dort?«
»Ich war auf der Station. Sie ist öde, ganz Röhren und Tunnel
...«
(Tunnel. Metalltunnel, die immer weiter führten, sich nach
oben krümmten, wenn man ihnen folgte ...)
»... und jeder Teil von ihr gleicht den anderen weitgehend.
Und, seltsam genug, man bekommt die Sterne nur selten zu
sehen. Man sieht sie vom Shuttle aus, wenn man von der Front-
seite anfliegt - sie erlauben es einem. Es ist schön. Die Welt ist
schön. Hast du sie nicht auf Bildern gesehen?«
(Der dunkle Globus, hinter dem das Feuer zum Vorschein
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kommt, der Ort, der sich dreht ...)
»Nein, das hast du natürlich nicht. Ich habe da dieses wun-
derbare Fensterband. Ich habe es auf der Station gekauft. Es
zeigt die Welt vom Raum aus. Ich denke, ich kann eine Kopie
für dich auftreiben. Du siehst darauf die Sonne immer wieder
hinter der Krümmung der Welt aufgehen; du siehst all die Mee-
re und die wirbelnden Wolken ...«
»Er kommt wieder zu sich - er kommt wieder zu sich! Halten
Sie die Injektion bereit. Er kommt wieder zurück.«
»Es hat ihm einen Schock versetzt. Irgend etwas ist passiert.«
»Still, er kann Sie hören! Wir bringen ihn lieber hinaus.«
»Kannst du uns hören, Dorn? Mach eine Handbewegung,
wenn du uns hörst.«
»Aaaaaaaaiiüü!«
Es war seine Stimme. Dorn war es, der schrie. Er kämpfte
sich aus der Dunkelheit hervor, und Dunkelheit umgab ihn.
Sterne leuchteten in schwindelerregender Entfernung.
Licht flammte auf, weiß und schrecklich; er sprang blind aus
dem Bett und stieß mit dem Rücken an die Wand, bevor er Du-
un im Eingang erkannte, vor der Dunkelheit des Flurs. Duun
war noch nackt vom Schlafen und betrachtete ihn. »Alles in
Ordnung mit dir, Dorn?«
Dorn lehnte sich an die kalte Oberfläche in seinem Rücken.
Seine Glieder zitterten jetzt, da die Reaktion einsetzte. »Ent-
schuldige, Duun.«
Duun sah ihn weiter an, hatte die Ohren zurückgelegt. Dorn
schälte sich von der Wand. Die Fenster zeigten einen Sonnen-
aufgang über Grasland. Duun hatte die Schaltuhr unterbrochen.
Die Klimaanlage verbreitete den taufeuchten und kalten Duft
von Gras. Dorn zitterte wieder, als er den kalten Luftzug auf
der Haut spürte. Die Bettdecken hingen über den Bettrand bis
auf den Sand herunter, zeigten seinen Fluchtweg.
»Ich hatte einen Alptraum«, sagte Dorn. »Ich träumte ...«
(Gesichter. Geräusche.) Erneut geriet er ins Zittern. »Gesichter
wie meines, Duun ... sie haben mich gar nicht künstlich entwik-
kelt!«
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Duun sagte nichts. Sein Gesicht zeigte diesen maskenhaften
Ausdruck, der stets bedeutete, daß er nichts sagen würde.
»Nicht wahr?« beharrte Dorn.
»Wer sagt, daß sie nicht die Bänder entsprechend redigiert
haben?«
»Mach das nicht mit mir, Duun!«
»Du hörst dich nicht schläfrig an. Möchtest du eine Tasse Tee
und etwas zu essen?«
Dorn ergab sich. Duun bemühte sich, freundlich zu ihm zu
sein, führte ihn wieder von dem Thema weg. Dorn kannte die
Tricks. Er riß die sandigen Bettücher vom Bett herunter und
warf sie auf den Boden. Das Bett mußte ohnehin gewendet und
geklopft werden, und die Decken hatten es nötig, daß sie gewa-
schen wurden. Duun war von der Tür verschwunden und hatte
sie offen gelassen. Dorn öffnete den Kasten seitlich in der Er-
hebung und zog die Kleider des vorangegangenen Tages her-
vor, aber es war noch vor dem Baden, und vor dem Unterricht
mußte er sich ohnehin wieder umziehen.
Duun war in der Küche, als Dorn eintrat, und stellte gerade
die Teekannte auf die Erhebung. »Sobasi?«
»In Ordnung.« Der Mikrowellenherd war in Tätigkeit. Dann
schaltete er sich ab, und Dorn zog die Teller heraus und stellte
sie auf den Tisch. (Gesichter. Gesichter. Die Station. An- und
abfliegende Schiffe. Punkte und Symbole. Chemie. Der Wert
von Pi. Zahlen.) Dorn setzte sich und kreuzte die Beine. Duun
tat dasselbe und goß sich Tee ein. »Ich trinke zuviel von dem
Zeug«, sagte er. »Es ruiniert meinen Schlaf.«
»Das ist bei mir das gleiche. Duun, können wir darüber spre-
chen - nur einmal?«
Duun legte die Ohren an.
»Verdammt, bitte!«
Duun hielt ihm mit ausdruckslosem Gesicht die Teekanne
hin. »Eine Frage. Eine Frage höre ich mir an. Nur eine, Haras-
hatani. Du mußt sie nicht jetzt stellen, wenn du es dir erst
überlegen willst. Blitzurteile sind nie gut.«
Dorn nahm die Teekanne, glättete seine Gesichtszüge und
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goß sich ein. (Ich hasse ihn! Ich hasse ihn! Er hat nicht einen
einzigen Nerv im Körper!) »Ich sage es dir, wenn ich sie stelle.
Ich will nicht, daß du die erste Frage nimmst, die ich stelle, und
dann behauptest, sie wäre es gewesen. Hast du eine Geliebte?«
(Das war ein Treffer!) Duuns Ohren zuckten; seine Augen
weiteten sich und verengten sich wieder. »War das der Alp-
traum?«
»Nein. Ich bin nur neugierig.«
»Im Moment keine. Eine Zeitlang hatte ich eine Gefährtin.
Ich habe sie weggeschickt.« Duun füllte sich den Mund und
schluckte es hinunter.
»Warum?«
(Wieder ein Treffer! Das hatte ich gar nicht erwartet!) »Sie
wollte schließlich die Heirat. Ich nicht.«
»Wie alt bist du?«
»Elritze, als du anfingst, sprachen wir von einer Frage. Ist das
alles sachdienlich?«
»Du bist mir gestern auf die Schliche gekommen, weil ich
immer in die Defensive gehe. Greif auch mal an, hast du ge-
sagt. Ich habe festgestellt, daß ich mich außerhalb des Trai-
ningsraumes genauso verhalte. Also greife ich jetzt an. Findest
du, daß du alt bist?«
Duun grinste. »Ich werde recht bald zu weit gehen, Haras-
hatani, und auf dieses Spiel eingehen. Findest du, daß ich alt
bin?«
»Was war deine Lösung für die Regierung?«
»Dich zu einem Hatani zu erziehen. Was ich auch getan ha-
be.«
»Warum wolltest du nicht, daß ich lerne, wie die Welt wirk-
lich beschaffen ist?«
»Du hast es doch jetzt gelernt, nicht wahr?« Duun zuckte die
Achseln. (Ihr Götter, nicht eine einzige Regung!) »Es ergab
sich nie; zu viel Sheon und zu wenig von der Welt. Als wir
hierher kamen - zwei Jahre zu früh und nicht ganz aufgrund [ Pobierz caÅ‚ość w formacie PDF ]

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